Studienort: Greifswald, Ernst Moritz Arndt Universität

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I. Das Studium

Wie groß ist der Fachbereich?

Im WS 08/09 284. Da Greifswald aber mit Rostock kooperiert, werden die beiden oft zusammengezählt. Das macht für das WS 09/10 inklusive Lehrpersonal 658 Leute.

Wie groß ist die Uni insgesamt?

Knapp 12.000 Studierende

Seit wann gibt es die Uni?

1456

Wo liegen Schwerpunkte im Lehrangebot?

Praktische Theologie, wobei das Alte Testament in Kombination mit christlicher Archäologie (und dem Gustaf-Dalman-Institut) durchaus auch wichtig ist.

Theologische Ausrichtung:

Fortschrittlich trifft es wohl am besten. Weil es eine bunte Mischung von Prägungen gibt, die nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen sind, ist man manchmal gezwungen, sich ernsthaft und persönlich mit seinem Studienfach und seiner eigenen Frömmigkeit auseinanderzusetzen. Alles in allem ist fortschrittlich deswegen der richtige Ausdruck, weil es immer darum geht, die Gegenwart und die Zukunft zu sehen. Wer gerne der guten alten Zeit und der Vergangenheit nachtrauert, hat hier die Möglichkeit, auch andere Perspektiven kennen zu lernen.

Wie steht es um die Beratung und Begleitung der Studierenden?

Sehr gut. Es gibt, wie an jeder Fakultät jemanden, der sich mit den ganzen Studienordnungen auskennt und sich deswegen Studienberater nennen darf. Aber abgesehen von diesem Studienberater freut sich dich Fachschaft über jeden Besucher, der sich bei einem Kaffee oder Tee beraten lassen will. Wer etwas Bestimmtes fragen muss, darf sich immer und jederzeit bei den Dozenten/innen melden. Wer nicht bis zur Sprechsunde warten kann, ist auch außerhalb der Sprechstunden herzlich willkommen.

Wie verläuft die Studienlogistik?

Campus-Uni, Bibliothek, Studentenwerk, Mensa

Die Uni verteilt sich über die Stadt. Die Evangelische Theologie liegt in Sichtweite des Doms, gegenüber des Uni-Hauptgebäudes. In der Fakultät selbst finden allerdings nur sehr kleine Seminare statt. Die meisten Veranstaltungen sind in den Räumlichkeiten der Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte oder im Hörsaalgebäude. Die liegen direkt auf der anderen Straßenseite.

In der Bibliothek sind die wichtigsten Bücher zu finden. Wer da auf dem Schlauch steht und irgendwas nicht findet, kann sich voll Vertrauen an das Bibliothekspersonal wenden. Die beiden kümmern sich mit Herzblut darum, dass Bücher, Aufsätze, etc. auftauchen. Da die Bibliothek aber eine Präsenzbibliothek ist, ist es sinnvoll, Bücher aus der Uni-Hauptbibliothek auszuleihen.

Es gibt in Greifswald ein Studentenwerk, das auch unterschiedliche Wohnheime verwaltet. Näheres dazu unter: www.studentenwerk-greifswald.de

Die Mensa ist sowohl preislich als auch kulinarisch in Ordnung. Es gibt mit Sicherheit bessere Mensen, aber bestimmt auch schlechtere.

II. Die Stadt

Einwohnerzahl, topographische Besonderheiten

Greifswald liegt direkt an der Ostsee zwischen Rügen und Usedom. Wer in der Innenstadt wohnt, ist mit dem Fahrrad nach spätestens 15 Minuten am Strand (Immer am Ryck lang, dem Fluss, der durch Greifswald und dann in die Ostsee fließt). Außer vielleicht bei Gegenwind. Die Stadt hat laut wikipedia 54.000 Einwohner/innen, davon 12.000 Studenten/innen und 5.000 Mitarbeiter/innen an der Uni. Außerdem hat Greifswald vor einiger Zeit schon Münster als Fahrradstadt abgelöst, denn prozentual gesehen fahren dort mehr Studierende mit dem Fahrrad zur Uni als in Münster.

Freizeitgestaltung, Nachtleben, kulturelle Angebote

Da der Strand nicht weit ist, bietet es sich an, oft dorthin zu fahren. Wer ein Auto hat, fährt meist 20 km bis Lubmin raus. Dort ist mehr Ostsee. Es gibt ein paar nette, gemütliche Kneipen und Cafés, die hauptsächlich in der Innenstadt sind.

Das Greifswalder Theater lohnt sich, schon allein, weil es nicht teurer ist als das Kino. Außerdem gibt es manchmal Theatervorstellungen auf der Probebühne, die zwar in kleinem Kreis, aber oft wirklich gut sind. Im Sommer gibt es das Open-Air Theater am Ryck. Im Sommer 2008 wurde Shakespeare aufgeführt.

Ansonsten bieten sich Rügen, Usedom, Stralsund, Rostock und auch Berlin (etwa 3 Stunden Zugfahrt) als Ausflugsziele an. Da es an der Uni Greifswald KEIN Semesterticket gibt, muss jede Zugfahrt bezahlt werden.

Wohnraumsituation, Kosten, Wohnungssuche

Wie in wahrscheinlich allen Studenten-Städten ist die Wohnraumsituation nicht besonders rosig. Es gibt Wohnheime vom Studentenwerk und ein Wohnheim von der Pommerschen Landeskirche, das „Studienhaus“. Im Übrigen hilft der AStA bei der Wohnungssuche. Viele der freien Wohnungen liegen in den Plattenbauten. Da Greifswald von Westfalen aus doch etwas weiter weg ist, bietet es sich an, ein ganzes Wochenende oder etwas mehr für die Wohnungssuche einzuplanen.

Der Mietpreis ist deutlich geringer als in anderen Städten, besonders als in Städten des ehemaligen Westens. Das heißt aber nicht, dass man nicht trotzdem eine teure Wohnung bekommen kann, also aufpassen.

Bücher sind auch in Greifswald teuer. Aber der Vorteil ist, dass die Uni keine Studiengebühren erhebt und einen unschlagbaren Semesterbeitrag von bisher unter 50€ verlangt.

Lebenserhaltungsosten, Jobmöglichkeiten

Lebensmittel etc. kosten in den Geschäften dasselbe wie in anderen Geschäften auch. Wer etwas besonders Günstiges sucht, kann sein Glück auf dem Wochemarkt probieren.

Wer einen Job sucht, wird in Greifswald nicht leicht etwas finden. Die meisten Stellen bietet wahrscheinlich die Uni in Form von studentischen Hilfskräften an. Im Übrigen gestaltet sich die Jobsuche als schwierig, was nicht weiter verwunderlich ist, da auch viele der Einwohner Greifswalds selbst arbeitslos sind.

III. Sonstiges

Greifswald ist ein wunderschönes Städtchen mit sehr familiärem Flair. Die Atmosphäre an der Theologischen Fakultät ist sehr herzlich. Westfalen dürften auch keine großen Probleme mit dem Temperament der Pommern haben, da das in etwa gleich ist.

Es gibt neben einer katholischen Kirchengemeinde mehrere evangelische, die sich alle über fleißige helfende Hände freuen. Die evangelischen Gemeinden sind so unterschiedlich geprägt, dass für jeden etwas dabei ist.

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