Studienort: Münster, Westfälische Wilhelms-Universität

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Münster – die Stadt der Fahrräder. Wenn auch nicht mehr die unangefochtene Nummer 1 der deutschen Fahrradstädte, so ist doch der Anblick von Männern in Anzug oder Frauen mit Weihnachtsbaum auf dem Fahrrad keine Seltenheit und wegen der angenehmen Flachheit der Stadt hat jeder mindestens eine „Leeze“. Zu hunderten säumen die Straßen (ein Blick „hinter“ den Bahnhof lohnt sich!) und wenn sie erst einmal fahren, haben sie immer Vorfahrt (also Vorsicht: in Münster sollte man nicht unbedacht auf dem Fahrradweg seinen Spaziergang machen…). Ansonsten gibt es natürlich noch den Aasee, der quasi das ganze Jahr umjoggt und besegelt wird und an dessen Ufer fast ganzjährig geggrillt wird. Die vielen Grünflächen der Stadt laden zu einer gemütlichen Studienpause ein und die ganz um die Innenstadt führende Promenade sorgt für schnell befahrbare und kurze Wege.

Die Fakultät

…ist die größte evangelisch-theologische Fakultät deutschlandweit. Münster ist keine Campus-Uni: Die Fakultäten sind über die ganze Stadt verteilt und perfekt ins Stadtbild integriert. Die Evangelisch-Theologische Fakultät liegt recht zentral in der Innenstadt, gut 5 Fußminuten vom Schloss entfernt, wo die meisten (theologischen) Vorlesungen stattfinden und in dessen Büroräumen die ganze Univerwaltung abläuft.

Die Geschichte und Aktuelles

Studiengänge und Abschlüsse

Wohnheime…

…befinden sich hauptsächlich im Stadtteil/Vorort Gievenbeck.Sie werden größtenteils vom Studentenwerk betrieben und ein Zimmer ist erschwinglich. Von dort gibt es gute Bus- und noch bessere Fahrradverbindungen in die Innenstadt und damit zur Fakultät.

Es gibt auch ein Evangelisches Wohnheim in Münster: Die ESG unterhält das Volkeningheim mit 48 Zimmern zu sehr günstigen Konditionen. Bewohner kommen aus aller Welt und allen Studienfächern, aber auch einige Theologiestudierende sind dort zu Hause. Mehr Informationen gibt es unter http://esgmuenster.de/profil.html

Wer das WG-Leben vorzieht, sollte einen Blick in die Annoncen des kostenlosen Wochenheftchens „na dann…“ werfen, das jeden Mittwoch ab 12.00 Uhr in der ganzen Stadt ausliegt und verteilt wird. Unter www.nadann.de gibt es inzwischen auch eine Online-Version. Ein ähnliches Angebot bietet die Wochenschau.

Identität der Fakultät

Leben der Fakultät (Thementage, Studienwoche, Feste …)

Es gibt einmal im Jahr einen Studientag (am Buß- und Bettag) und ein Fakultätsfest (Anfang Juli). Beide werden von der Fachschaft organisiert und durchgeführt. Es lohnt sich beides auf jeden Fall!

Fächer und Lehrende

Es gibt 12 Professoren und ca. 20 wissenschaftliche Mitarbeiter (inkl. zwei Professuren am Institut für Evangelische Theologie und ihre Didaktik).

Die Abteilungen und ihre Lehrenden:

Altes Testament:

Hier sind Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Achenbach und Prof. Dr. Müller.

Neues Testament:

Neben dem Lehrstuhl für Neues Testament (Prof. Dr. Löhr und Prof. Dr. Hoegen-Rohls) gibt es in Münster das Institut für Neutestamentliche Textforschung (hier entsteht das Nestle-Aland-NTG).

Kirchengeschichte:

Neben den Lehrstühlen für Alte Kirche (Prof. Dr. Strutwolf) und für die Reformationszeit (Prof. Dr. Beutel) gibt es noch die Patristische Arbeitsstelle und das Institut für westfälische Kirchengeschichte (Prof. Dr. Peters).
Frau Dr. Bieber-Wallmann bietet zudem etliche nicht-Pflichtveranstaltungen an, wie bspw. ein hervorragendes KG-Repetitorium.

Systematische Theologie- Ethik:

Dieser Fachbereich wird von Prof. Dr. Reuter betreut. Hervorzuheben ist das Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (IfES).
Immer wieder hält PD Dr. von Soosten interessante Veranstaltungen.

Systematische Theologie- Dogmatik:

Mit Prof. Dr. Beintker und Prof. Dr. Großhans ist auch dieser Bereich sehr kompetent besetzt.

Praktische Theologie:

Hier leisten im Fach Homiletik Prof. Dr. Roser (Universitätsprediger) und sein Assistent Dr. Kuhlmann hervorragende Arbeit. Besonders zu erwähnen ist das Engagement von Universitätskantorin Prof. Beinert, die neben ihrem sonntäglichen Orgelspiel und der Leitung der Studentenkantorei, des Kammer- und Posaunenchores auch jedes Semester einen Kurs in Liturgischem Singen und einen in liturgischem Sprechen anbietet.

Religionspädagogik:

Prof. Dr. Grethlein und Herr Holze (OStR im Hochschuldienst) lehren, beraten und begleiten.

Das Institut für Evangelische Theologie und ihre Didaktik hat zwei Professuren: Herr Prof. Dr. Hammann, der Veranstaltungen in ST und KG gibt und Frau Prof. Dr. Hoegen-Rohls für AT und NT.

Religionswissenschaft:
Dieser Bereich wird durch Prof. Dr. Schmidt-Leukel und seine Assistentin Dr. Sperber vertreten.

Institutium Judaicum Delitzschianum:
Das IJD wird seit der Emeritierung von Prof. Dr. Siegert kommissionarisch von Prof. Dr. Löhr geleitet.

Sprachen

Hebräisch

Die Unterrichtsmethoden von Herrn Matheus sind etwas gewöhnungsbedürftig: Sie erwecken oft den Eindruck, als lerne man durch ein gewisses Sprachgefühl die Sprache quasi von allein. Diese eher schwammige Methode (es wird in JEDER Stunde mindestens 10 Minuten gesungen…) wird ausgeglichen durch die hervorragend strukturierten und durchgeführten studentischen Grammatik-Tutorien, die zu verschiedenen Zeiten angeboten werden.

Der Kurs dauert ein Semester und wird sowohl im Winter als auch im Sommer angeboten.

Latein

Wer Latein nicht in der Schule gelernt hat, ist in Münster gut aufgehoben: Hier kann man bei Herrn Kampert innerhalb von 2 Semestern einen sehr gut auf das Latinum vorbereitenden Kurs besuchen. Dieser Kurs findet in guter Klassengröße täglich statt (mit Anwesenheitspflicht und für gewöhnlich auch in den Semesterferien) und wird durch ein Geschichtstutorium und ein studentisches Grammatiktutorium ergänzt.Man lernt in diesem Kurs in jedem Fall, wo seine Grenzen sind, denn Herr Kampert fordert vollen Einsatz von seinen Studierenden.
Der Kurs dauert 2 Semester und fängt zum Wintersemester an.

Es gibt auch die Möglichkeit, die Latinumsvorbereitung auch auf 3 Semester strecken, indem man nicht den Kurs an der theologischen, sondern den an der altphilologischen Fakultät besucht. Hier hat man „nur“ 2x wöchentlich Unterricht, muss sich aber auch mit Vorlesungs- statt mit Klassengröße anfreunden.

Griechisch

Hier gibt es drei Möglichkeiten:

1. Man besucht den Kurs bei Herrn Mink. Er ist eine echte Koryphäe, und man munkelt, er könne das Novum Testamentum Graece mit allen wichtigen Lesarten auswendig, was vielleicht daran liegt, dass er seit zig Jahren am bereits erwähnten INTF arbeitet. Mit seiner Methodik und dem Tempo kommen nicht alle Studierenden gut klar, aber wenn man das halbe Jahr durchhält, kann einem in der Prüfung absolut nichts mehr passieren…

2. Die Kurse von Herrn Kampert und Frau Hüffmeier sind etwas für diejenigen, die nicht im Nebenfach Latein studieren: Hier kann man eine solide Graecums-Vorbereitung in zwei Semestern machen. Auch hier muss man jedoch (siehe Latein) Semesterferien opfern. Frau Hüffmeier ist dabei einen winzigen Hauch nachsichtiger als Herr Kampert. Zusätzlich zu beiden Kursen gibt es eine aus Studiengebühren finanzierte Stelle, zur Zeit von Frau Hüffmeier besetzt, die zusätzliche Tutorien anbietet. Hier lernt man wichtige Hintergründe über Leben und Kultur der Griechen, die für die mündliche Prüfung sehr hilfreich sind.

Die Kurse beginnen zum Wintersemester.

3. Man geht (siehe Latein) zu den Altphilologen.

Für die Mink- und Kampert-Kurse ist noch wichtig, dass man sich VOR Semsterbeginn auf eine Teilnehmerliste im 1. Stock eintragen muss.
Alle drei Kurse haben eine 99%ige Bestehensquote, davon ein großer Teil mit „gut“ und „sehr gut“. Allerdings orientiert sich diese Zahl nicht an denen, die den Kurs angefangen, sondern die ihn durchgehalten haben.

Studierende

Von den gut 39.000 Studierenden an der Uni Münster studieren 894 EvangelischeTheologie im Erst- oder Hauptfach. (Stand: WS 2011/12) Insgesamt studieren an der Fakultät über 1000 Studenten.

Konvente

Der Westfalen-Konvent ist mit über 40 Studierenden der größte Ortskonvent der westfälischen Studierendenschaft und der größte Ortskonvent Münsters. Der hannoversche Ortskonvent hat ca. 15 bis 20 Studierende.

Ausländische Studierende

…sollten rechtzeitig beim ZIV eine Nutzerkennung beantragen.

Bibliothek

Neben der 1a Präsenzbibliothek im Haus gibt es noch eine gute Auswahl an Büchern in der Uni-Bibliothek (ULB), die zu Fuß keine fünf Minuten von der Fakultät entfernt ist.

Essen und Trinken

Im SB-Bäcker neben der Fakultät trifft man fast immer irgendwelche anderen Theologiestudierenden, die sich gerade mit Brot oder Leckereien eindecken. Hier steht auch ein Kaffee-Automat. Oft kann man aber auch im Fachschaftsraum einen Kaffee bekommen, der fast immer besetzt ist.

Angebote des Studentenwerks

Einen Steinwurf von der Fakultät entfernt ist im Souterrain der Pädagogischen Fakultät ist eine kleinere Mensa, in der es mittags mindestens drei Gerichte zur Auswahl gibt (Bispinghof-Mensa). Auch zwei kleine Bistros im Jura/BWL-Gebäude sind keine 5 Minuten weit weg. Etwas weiter entfernt gibt es die Aasee-Mensa mit größerem Angebot (unter anderem auch Abendessen). Wer regelmäßig Vorlesungen im Schloss besucht, freut sich über die Cafeteria im Keller, die leider nicht schon vor dem Vorlesungsbeginn um 8 Uhr ct Kaffee ausschenkt.

Alternativen

Der Dönermann, die Salattheke im Edeka und der Subway‘s am Aegidiimarkt sowie das „Milagro“, ein Bistro der Katholische Hochschulgemeinde (KSHG) und das „Café Weltbühne“ der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG), wo es für um die 3€ leckere, täglich wechselnde fleischliche und vegetarische Gerichte gibt – in der Weltbühne mit dem legendären hausgemachten Krautsalat und tollem Cremedessert.

Geheimtipps an Lehrveranstaltungen/Möglichkeiten außerhalb der Fakultät

Uni-externe Tipps

Nachtleben

Das Münsteraner Nachtleben spielt sich vor allem im Kuhviertel (knapp 10 Gehminuten von der Fakultät) ab. Hier gibt es eine Reihe von Kneipen, von denen besonders die Cavete (die erste akademische Bieranstalt Münsters), das Blaue Haus (mit den vielen kleinen Treppen) und die Brauerei Pinkus Müller erwähnenswert sind. Alternatives gibt es eher im Hansaviertel in der Nähe des Bahnhofs.

Kultur

In den Städtischen Bühnen gibt es von Oper, Musical und Tanztheater bis zu Weimarer-Klassik-Stücken ein großes Angebot in drei Sälen. Dienstags ist Studententag!

Was die Kinolandschaft betrifft, so gibt es das große Cineplex am Albersloher Weg, das Programmkino Cinema/Kurbelkiste an der Warendorfer Straße und das Schlosstheater, das programmmäßig zwischen den beiden anderen liegt.

Klassische Musik gibt es vor allem in der Evangelischen Universitätskirche an der Schlaunstraße: Hier gestaltet Frau Beinert (s.o.) jedes Semester ein großes Konzert der um die 100 Sänger zählenden Studentenkantorei sowie alle paar Wochen die so genannten „Observanten-Konzerte“ mit Kammerchor, Orgel und Soloinstrumenten oder –sängern.

Im Sommer findet jährlich das Sommerfieber-Festival der Fachschaft Medizin statt. Für einen guten Zwecke rocken hier für wenig Geld namhafte Bands. Auch das JuWi-Fest der Juristen und Wirtschaftswissenschaftler kann sich und sein Line-Up sehen lassen. Mit dem Area 4 findet auch eines der großen kommerziellen deutschen Rockfestivals nicht weit von Münster statt. Rockkonzerte gibt es aber auch in der Halle Münsterland (groß&oft sehr voll), in der Sputnikhalle, im AMP…

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