Studienort: Wuppertal, Kirchliche Hochschule

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Wuppertal (KiHo) 51.265670, 7.168009 Vorstellung des Studienortes

Kirchliche Hochschule Wuppertal/ Bethel

Die Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel (Hochschule für Kirche und Diakonie) entstand am 1. Januar 2007 durch den Zusammenschluss der Kirchlichen Hochschule Bethel und der Kirchlichen Hochschule Wuppertal.

Die Anfänge der Kirchlichen Hochschule

Die Kirchliche Hochschule Wuppertal wurde am 14. August 1935 als Kirchliche Hochschule für reformatorische Theologie, Abteilung Elberfeld auf besondere Initiative des Kreises um Martin Niemöller (Dahlem) und Karl Immer sen. (Barmen) als Ausbildungsstätte des theologischen Nachwuchses der Bekennenden Kirche gegründet. Parallel dazu entstand in Berlin die Kirchliche Hochschule für reformatorische Theologie, Abteilung Dahlem. Dem Entschluss zur Gründung dieser Hochschulen war die Zerschlagung der theologischen Fakultäten der staatlichen Universitäten – in der Hauptsache der Bonner Fakultät um Karl Barth – durch die Nationalsozialisten vorausgegangen. Zum 1. November 1935 sollte die die Kirchliche Hochschule für reformatorische Theologie im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld zunächst mit 41 immatrikulierten Studenten ihren Lehrbetrieb aufnehmen. Doch wurden Kirchliche Hochschule und der für den Abend angesetzte Eröffnungsgottesdienst in der Gemarker Kirche noch am gleichen Tage von der Geheimen Staatspolizei verboten. Die Kirchliche Hochschule in Wuppertal konnte zunächst unter dem Dach der Theologischen Schule Elberfeld e.V. als Abteilung B arbeiten. Doch wurde die Theologische Schule Elberfeld e.V., deren Trägerin die Ev.-reformierte Gemeinde Elberfeld war, am 14. Dezember 1936 von der Gestapo ebenfalls verboten und geschlossen. Durch Erlass Heinrich Himmlers vom 29. August 1937 wurde die theologische Ausbildung durch die Bekennende Kirche gänzlich verboten. Dennoch konnten bis etwa Mai 1941 an verschiedenen Orten, zunächst im Wuppertal, später in Köln und Essen Lehrveranstaltungen gehalten werden. Aber mit dem Zweiten Weltkrieg wurden die Studierenden und Teile der Lehrerschaft immer zahlreicher zum Kriegsdienst einberufen. Damit kam der Lehrbetrieb schließlich zum Erliegen.

Der Weg der Kirchlichen Hochschule nach 1945

Schon wenige Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs bemühte sich vor allem der Wuppertaler Fabrikant Willy Halstenbach (Villa Halstenbach) um eine Neueröffnung der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Tatsächlich konnte die Theologische Schule Wuppertal zum Wintersemester 1945/46 den Lehrbetrieb wieder aufnehmen. Träger der Hochschule war zunächst der Preußische Bruderrat, dann der Verein Kirchliche Hochschule e.V. Mit der Neueröffnung war der Umzug der Schule aus dem Wuppertal auf den Hardtberg verbunden. Volkstümlich wird diese Anhöhe auch „Heiliger Berg“ genannt, da hier bereits die Barmer Mission ihre Heimat gehabt hatte. Seit 1976 ist die Kirchliche Hochschule Wuppertal eine Einrichtung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie kooperiert mit der Bergischen Universität Wuppertal. 1999 wurde das Biblisch-Archäologische Institut gegründet, zu seinem Direktor wurde der Alttestamentler und Archäologe Prof. Dr. Dr. Dieter Vieweger berufen. Das Biblisch-Archäologische Institut ist an der Bergischen Universität Wuppertal beheimatet und führt seit 2001 ein vielbeachtetes Grabungsrojekt in Jordanien auf dem Tall Zira’a durch (Gadara Region Project).

Studium

Der an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal angebotene Studiengang ist Evangelische Theologie mit den fünf klassischen Disziplinen Altes Testament, Neues Testament, Kirchen- und Dogmengeschichte, Systematische Theologie und Dogmatik sowie Praktische Theologie. An der KiHo gibt es außerdem noch einen Lehrstuhl für Missionswissenschaft, Religionswissenschaft und Ökumenik und eine Juniorprofessur für feministische Theologie. Im AT gibt es auch noch den Schwerrpunkt Biblische Archäologie. Eine weitere Besonderheit ist, dass es an der KiHo eine Professur für Reformierte Theologie gibt. Ein Studium an der KiHo ist einem Studium an einer staatlichen Universität gleichwertig. Die Studierenden der KiHo haben die gleichen Voraussetzungen wie für den Zugang zu einer staatlichen Hochschule zu erfüllen. Neben dem von den evangelischen Landeskirchen abgenommenen Ersten Theologischen Examen, lassen sich an der Kirchlichen Hochschule selbst der Magister der Theologie (Mag. theol.) und der Doktor der Theologie (Dr. theol.) erwerben. Die KiHo Wuppertal besitzt außerdem das Habilitationsrecht. Seit dem Wintersemester 2009/2010 gilt für alle Studierende die ihr Studium an der KiHo neu beginnen eine modularisierte Studienordnung. Die Kirchliche Hochschule Wuppertal ist seit Jahrzehnten besonders bei vielen besonders zu Studienbeginn wegen der (Ferien)Sprachkurse in Hebräisch und den Übungen zu den Kursen in Latein und Altgriechisch beliebt. Viele Studierende, besonders der Rheinischen Landeskirche, kommen zur Examensvorbereitung auf den Berg.

Studentisches Leben an der KiHo

Der Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden ist auf dem kleinen Campus leicht zu knüpfen, die Zusammenarbeit ist gut. Studienanfängerinnen und –anfänger werden gut beraten, Studierende höherer Semester und Examenskandidaten finden ein reichhaltiges Angebot von Repetorien, Klausur- und Examensübungen und vor allem: eine gut ausgestattete Bibliothek mit vielen ruhigen Räumen und gut vorbereiteten Examensapparaten. Das „Drumherum“:

  • besondere Einführungsveranstaltungen und Studienbegleitung
  • vielfältige Arbeitsgruppen und Repetitorien
  • Mitwirken in Chor und Andacht
  • Gedankenaustausch jüngerer und höherer Semester
  • Gespräche mit „Assis“ und „Profs“
  • Flurfeten, Bergfeste, KiHo-Tage und Bälle
  • vielseitiges Sportangebot
  • Themenabende des Gleichstellungsreferates
  • Politik abseits der Bildungspolitik am Hochschulpolitischen Tag
  • Begegnungen mit Studierenden aus dem Ausland
  • Gemeinsame Mensa mit dem Theologischen Zentrum Wuppertal mit günstigem Essen

Die nur vier Kilometer entfernte Bergische Universität Wuppertal steht dank eines Kooperationsvertrages allen Studierenden mit ihrem Lehrangebot kostenfrei offen. Außerdem ist die Stadt Wuppertal voller kultureller Angebote und hat mit Städten wie Düsseldorf, Köln, Essen und Bochum viele attraktive „Vororte“, die mit dem NRW-Studierendenticket schnell und kostengünstig zu erreichen sind.

Das Wohnheim

Die Kirchliche Hochschule hat in Wuppertal mehrere Studierendenwohnheime mit über 70 Einzelzimmern, die ein Einleben am neuen Studienort leicht machen. Die Miete beträgt je nach Größe zwischen ca. 150,- und 210,- Euro (Stand: 2010) inkl. aller Nebenkosten, Heizung, Bettwäsche und Internetverbindung.

Aktive Beteiligung am Hochschulleben und der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule

Es gibt viele Möglichkeiten für die Studierenden, ihre Meinungen und Interessen einzubringen:

  • im Konvent, d.h. der Vollversammlung der Studierendenschaft
  • im AStA, dem allgemeinen Studierendenausschuss, der seine Delegierten in den Senat der Hochschule entsendet, um dort die Interessen der Studierenden zu vertreten
  • im Ortskonvent der Studierenden der jeweiligen Landeskirchen um dort z.B. mit den zuständigen Ausbildungsdezernenten über die Ausbildungspläne und Perspektiven der Landeskirchen ins Gespräch zu kommen
  • in der Studienbeitragskommission, um dort über die Vergabe der Studienbeiträge selbst mitzubestimmen (… und für deren Abschaffung zu votieren)
  • im Arbeitskreis Gottesdienst Impulse geben, wie Abendmahlsgottesdienste oder Taizé – Andachten entwickelt und gestaltet werden können
  • in kulturellen oder kabarettistischen Abenden (z.B. dem „Songabend“)
  • im Internationalen Café, wo man mit Studierenden aus dem Ausland zwanglos plaudern kann

Der Weg der Kirchlichen Hochschule in die Zukunft

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat auf ihrer Tagung im Januar 2003 die Errichtung eines Theologischen Zentrums in Wuppertal (ThZW) beschlossen. So wurden die verschiedenen Institutionen der Evangelischen Kirche im Rheinland, in denen Pfarrerinnen und Pfarrer aus- und fortgebildet werden, miteinander verknüpft. Die Kirchliche Hochschule Wuppertal ist Teil dieses kooperativen Aus- und Fortbildungszentrums. Mit Kirchenvertrag vom 17. November 2005 ist von der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Stiftung Anstalt Bethel die Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel (Hochschule für Kirche und Diakonie) mit Sitz in Wuppertal gegründet worden. Sie trat zum 1. Januar 2007 an die Stelle der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und der Kirchlichen Hochschule Bethel. Während sich der Arbeitsbereich Bethel auf Diakoniewissenschaften konzentriert, bildet der Arbeitsbereich Wuppertal auch weiterhin zukünftige Pfarrerinnen und Pfarrer aus. Zum Wintersemester 2007/08 trat eine neue Grundordnung der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel in Kraft. Die Grundordnung regelt auch die Besetzung des Kuratoriums neu. Zum Sommersemester 2008 wurde seitens des Kuratoriums die Einführung von Studiengebühren in Höhe von 350 Euro beschlossen. Diese werden zum Sommersemester 2011 auf 300 Euro reduziert.

Links

Die Seite der KiHo http://www.kiho-wuppertal-bethel.de Die Seite des AStAs http://www.asta-kiho-wuppertal.de

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