Geschichte des SETh

Vieles über die Geschichte des SETh ist unbekannt und nur wenige Dokumente sind noch greifbar. An vielen Stellen sind nur grobe Daten vorhanden. Über Hinweise und Akten zur Geschichte insbesondere der Vorgängerorganisationen ist der SETh sehr dankbar.

Die Vorgängerorganisationen

In Zeiten der Trennung Deutschland in Ost und West gab es auch in beiden Teilen Deutschland Vertretungen der evangelischen TheologistudentInnen.

Westdeutschland

Im Westen waren das gleich zwei Organisationen. Zum einen die Vereinigung evangelischer Theologiestudierender (VeTh) zum anderen die Konferenz theologischer Fachschaften (KthF). Diese Zweigleisigkeit der StudentInnenvertretung hatte es gegeben, weil die theologische Ausbildung – wie auch heute noch – für die evangelischen Landeskirchen nach dem Volkskirchen-Modell in inhaltlicher Veranwortung der Landeskirchen sowie der Ausführung in der Hand der (staatlichen) Hochschulen geschieht. Wohl auf der konstituierenden Vollversammlung in Heidelberg am 6. November 1982 haben sich beide Organisationen zur VeTh/KThF zusammengeschlossen, die die Interessenvertretung nun sowohl gegenüber kirchlichen wie staatlichen Stellen wahrnahm. Das höchste beschlussfassende Organ des VeTh/KThF war die Vollversammlung, die zwei- bis dreimal im Jahr zusammentrat. Für die Jahre 1983-1989 sind die Tagungsorte und -daten erhalten. Zur Vollversammlung haben die Landeskonvente, Fachschaftsvertretungen und ASten jeweils Delegierte entsendet. Diese Organisationsstruktur hat später auch der SETh übernommen. Zwischen den Vollversammlungen wurde der VeTh/KThF von einem Geschäftsführenden Ausschuss (GA) geleitet. Der VeTh/KThF war als Fachverband Ev. Theologie im Verband deutscher Studentenschaften (VDS) vertreten, der damaligen bundesweiten Vetretung aller StudentInnen in der BRD.

Tisch einer VV-Arbeitsgruppe

So sehen Vollversammlungen aus – nur die Macs sind ein Novum in der Geschichte

Ostdeutschland

In der ehemaligen DDR gab es den Evangelischen Studierendenrat (ESRA). Leider ist dem SETh im Grunde gar nichts über die Geschichte des ESRA bekannt. Freilich wäre es besonders interessant zu wissen, wie sich der ESRA organisiert hat. Angesichts der Tatsache, dass es kirchliche Ausbildungsstätten und systemtreue Sektionen für Theologie an staatlichen Hochschulen gab, könnte ein gemeinsamer Vertretungsanspruch schwierig gewesen sein – auch auf Grund der starken Präsenz der FDJ. Vielleicht hat sich der ESRA aber auch erst zur Wendezeit gegründet, als die FDJ bereits ihren allgemeinen Anspruch, die politische Organisation auch für StudentInnen zu sein, einbüßen müsste. In diesem Fall wäre dem ESRA bis zur Gründung des SETh nur eine kurze Geschichte beschieden gewesen.

Die Gründung des SETh

Mit der Wiedervereinigung kam auch in die Struktur der Interessenvertretung evangelischer ThelogiestudentInnen in Bewegung. Nach erstem Austausch kann man vermutlich von einer Gründung als erste bundesweite Interessenvertretung im Jahre 1993 sprechen. Von da an brauchte es noch einige Zeit der Neusortierung bis am 21. Januar 1995 eine gemeinsame Satzung beschlossen wurde, die nach wie vor Gültigkeit hat und seit dem kaum verändert worden ist. Sie trug den Leitsatz aus Apg 18,9b „Fürchte Dich nicht, sondern rede und schweige nicht!“, der ebenfalls bis heute die Arbeit des SETh prägt und begleitet.

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